Norbert Niederkofler: Respekt und Liebe für das Territorium

Norbert Niederkofler wurde 1961 in Luttach im Ahrntal / Südtirol geboren und wuchs dort gemeinsam mit seinen 4 Schwestern auf. Nach dem Abitur besuchte Norbert die Hotelfachschule, verbrachte insgesamt 15 Jahre im Ausland, wo er unter anderem in Deutschland, den USA, der Schweiz, Österreich und in Italien lernte. Anfang der 90er Jahre kehrte Norbert nach Südtirol zurück und übernahm 1994 den Restaurantbereich im Hotel Rosa Alpina. Das Hotel Rosa Alpina eröffnete 1996 das Restaurant St. Hubertus.

Als zentralen Punkt seiner Kochkunst bezeichnet Norbert Niederkofler den Respekt vor dem Produkt und die Kenntnis der richtigen Garmethode, um geschmacklich das Beste herauszuholen.

Norbert Niederkofler setzt sich mit seiner Küche für den Erhalt der hiesigen Kulturlandschaft ein, in der die Herkunft zur Zukunft werden soll.

Auszug aus dem Michelin Guide Italien 2018

"Er zollt der Natur der Alpenregion Tribut indem er die Produkte der Region verwendet und tagtäglich mit den lokalen Produzenten und Bauern zusammenarbeitet. Norbert Niederkoflers Gerichte erzählen 1001 Geschichten. Seine Küche zu entdecken, ist ein unvergessliches Erlebnis voller Emotionen"

Michelin Italien 2018

Das Territorium, Natur & Kultur

Alta Badia & die Natur

Alta Badia ist eines von fünf ladinischsprachigen Tälern in Norditalien, es umfasst sechs Dörfer zu denen unter anderem Sankt Kassian zählt. Eine Bilderbuchlandschaft erstreckt sich für das Auge des Betrachters mit dichten Nadelwäldern, idyllischen Almwiesen, durch Pässe miteinander verbunden, die die weißen, bis über 3.000 Meter hohen Kalksteingipfel voneinander trennen. Die imposante Bergwelt der Dolomiten mit den Gipfeln der Conturines, La Varella, Heilig-Kreuz und Lagazuoi dienen als Inspiration für unser Schaffen. 

Hier beginnt auch der gegenseitige Austausch mit unseren Bauern, die Vielfalt der Kulturlandschaft zu pflegen von der alle profitieren können.

Kultur & Tradition

Die relativ isolierte Lage der Bergtäler war prägend für den Menschenschlag und trug dazu bei, dass die traditionelle ladinische Kultur nahezu erhalten blieb. Die Ladiner stammen von den Rätern ab, den einstigen Bewohnern der Hochalpen, die als Hirten ab etwa 5.000 v. Chr. ihre Herden weiden ließen. Ihre Sprache ist eine Kombination aus Rätisch und Vulgärlatein, wie es von den römischen Eroberern gesprochen wurde, die 15 n. Chr. durch die Region zogen. Ladinisch ist heute immer noch die Muttersprache der hier lebenden Menschen. 1972 wurde Ladinisch offiziell als eigenständige Sprache und Kultur anerkannt.

Noch bis vor 50 Jahren wurden die Bauernhöfe auf althergebrachte Weise bewirtschaftet. Die Bergdörfer waren im Winter oft monatelang von der Außenwelt abgeschnitten und mussten sich selbst versorgen. Die Anbindung durch Straßen hat das Aufkommen des Tourismus ermöglicht, der Arbeitsplätze und Wohlstand geschaffen hat.

Die Rolle der Forst- und Landwirtschaft nimmt mehr denn je zuvor eine zentrale Rolle in den Bergregionen ein: Im Sommer bringen die Bauern die Kuh- und Schafherden auf die Almwiesen, mähen das Heu der umliegenden Wiesen und lagern es für die Wintermonate ein.